Sollten nicht alle die gleichen Bedingungen haben?

Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es bei Problemen im Fach Mathematik grundsätzlich nicht. Ein Nachteilsausgleich, wie er bei LRS/Legasthenie gewährt wird, ist generell so nicht möglich (Ursachen und Ausblicke sind bei Legasthenie und Dyskalkulie völlig unterschiedlich, siehe Was ist Dyskalkulie?).

Bei den Abschlussprüfungen wird in der Regel kein Nachteilsausgleich gegeben. Auch in der beruflichen Laufbahn (Einstellungstests, Zugangsprüfungen an der Uni, Berufsschule etc.) werden grundlegende Fertigkeiten in Mathe vorausgesetzt. Damit ein Schüler also die besten Chancen im späteren Leben hat, ist ein Erlernen der mathematischen Grundlagen enorm wichtig.

Regelungen zum Nachteilsausgleich in Bayern

„Für die Dyskalkulie gibt es keine Regelungen für einen Nachteilsausgleich analog den Bestimmungen für die Lese- und Rechtschreibschwäche.“
(Quelle: https://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/bayern/fragen_paed_psy/lern_leistungsschwierigkeiten/index_07807.asp)

Informationen zum Nachteilsausgleich in Bayern für das Fach Mathematik

Einen Nachteilsausgleich oder Notenschutz für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen der mathematischen Grundkompetenzen gibt es nicht (vgl. https://www.km.bayern.de/schueler/lernen/lernschwierigkeiten/rechenschwierigkeiten.html). In der Grundschule gibt es lediglich die Möglichkeit, in begründeten Einzelfällen auf die Notengebung zeitweilig zu verzichten. Hierzu ist ein Beschluss der Lehrerkonferenz nötig. Eine attestierte Rechenstörung ist kein ausreichender Grund für das Aussetzen der Note im Fach Mathematik, die gesamte (auch psychische) Situation des Schülers muss berücksichtigt werden. Ein Aussetzen der Noten ist stets nur als vorübergehend zu verstehen.

Zum dauerhaften Verzicht auf Noten (nicht nur Mathematik) muss ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt werden.

In jedem Fall gilt: Wird in der Jahrgangsstufe 4 auf die Notengebung im Fach Mathematik verzichtet, so kann keine Eignung für den Besuch der Realschule oder des Gymnasium festgestellt werden.

(Quelle: https://www.isb.bayern.de/download/17588/handreichung_schwierigkeiten_beim_rechnenlernen.pdf)